Publikation: Julia Bee – Vom Methodenproblem zum Methodenexperiment

Veröffentlichung von Julia Bees Debattenbeitrag Individuation, oder: Vom Methodenproblem zum Methodenexperiment

Diffraktion

"Wie kam es eigentlich dazu, dass das Nichtanwenden einer Methode als Freiheit gilt? Und warum nutzen wir diesen Raum hier nicht, um uns gegenseitig unsere Methoden vorzustellen und neue zu erproben? Die erste Frage kann ich in diesem Rahmen nicht vollständig diskurs-analytisch zurückverfolgen, aber ich vermute, es hat etwas mit der Wahrnehmung der Äußerlichkeit von Methoden gegenüber den Medienwis-senschaften und dem Ergebnis der eigenen Forschung zu tun. Methoden werden aus anderen Fachdisziplinen oder von Förderinstitutionen als aufgenötigt empfunden. Dies hat etwas damit zu tun, wie auch in dieser Debatte häufiger erwähnt wurde, dass wir eigene Methoden haben, die nicht als solche anerkannt wurden. Die Anrufung, Methoden anzuwenden, wird infolgedessen als Einschränkung einer Freiheit der Wissens-produktion empfunden. Diese gilt es heute wieder stark gegen den Umbau hin zur neoliberalen Universität einerseits und andererseits gegen rechte Bewegungen und ihre Antigenderismen und Antiintellektualismen zu verteidigen. Die Angst vor der Disziplinierung der Methoden gilt allerdings nur, wenn man Methoden als Korsett oder als eine Art Automatismus versteht, als Protokoll, welches man zur Fragestellung dazu-addiert, etwas Sekundäres oder dem Ergebnis (sogar der Welt!) Übergestülptes. (…)"

Julia Bees Debattenbeitrag Individuation, oder: Vom Methodenprobelm zum Methodenexperiment ist Teil des gemeinsam mit Jennifer Eickelmann und Katrin Köppert erarbeiteten und unter dem Titel Diffraktion, Individuation, Spekulation in der Zeitschrift für Medienwissenschaft, Heft 22: Medium | Format, Jg. 12 (2020), Nr. 1, S. 179–188 erschienen Artikels.

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